Im Mittelpunkt der Bilderwelt von Maria Theresia von Fürstenberg steht das Unspektakuläre, oft auch das Bekannte. Die Intention der Künstlerin „erfindet“ jedoch das Sujet, das Motiv neu. Sie unterwirft sich Ihrer Empfindung und schafft so eine Kommunikation mit Erinnerungen, Eindrücken und Sehnsüchten, die einfließen und das Grundmotiv interpretieren. Dabei bedient sie sich eines breiten künstlerischen Instrumentariums bild- und formgebender Verfahren. Ihre Fähigkeit zur Empathie, zum "Hinein-Fühlen", schafft letztlich eine Veränderung, eine neue überraschende Interpretation, die in ihren jüngeren Werken immer deutlicher zum Ausdruck kommt.
Das
Das Bild "Der glühende Christus" bringt diese Einschätzung auf den Punkt. Neueste Werke gehen noch darüber hinaus. Durch das Experimentieren mit Glas, Spiegelresten und anderen Materialien erweitert sie immer wieder die Grenzen ihrer Ausdrucksmöglichkeiten. Das sind jedoch beileibe keine arabesken Zugaben, sondern sinnstiftende Details, die den Betrachter zu eigenen Assoziationen ermutigen. Was dabei in den Vordergrund tritt und für die Künstlerin zählt, ist die subjektive Wahrnehmung, die hinter den Dingen steckt, das Aufspüren von Zusammenhängen, die sich im Experiment und expressiver Anmutung manifestiert. Ihre Aquarelle weisen in eine andere Richtung: Sinnliche Malerei als Ideenfänger der Künstlerin, mit denen sie sich unter Verwendung von Wasser und Farbe eine Quelle der Inspiration, äußerster Konzentration und Entspannung erschließt. Gleichwohl zeugen sie von meisterhafter Fertigkeit und künstlerischem Impetus. Die Zeichnungen und Skizzen sind ihre Lieblinge; sie sagen ihr ehrlich ins Gesicht, wo sie steht.
Friedrich E. Becht




